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LRS-Therapie und Lerntherapie in Langenhagen:LRS ist keine Frage von Faulheit

Eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist eine Teilleistungsstörung: Ein einzelner Bereich, das Lesen und Schreiben, entwickelt sich deutlich langsamer als alle anderen Fähigkeiten. Das Kind ist so klug wie seine Mitschüler. Mehr Üben vom selben Stoff hilft deshalb wenig, es erhöht nur den Druck.

Lerntherapeutin am Tisch mit einem aufgeschlagenen Ordner voller Lese- und Schreibblätter

Was Teilleistungsstörung bedeutet

Der Fachbegriff klingt sperrig. Dahinter steckt eine einfache und für viele Eltern entlastende Erklärung.

Eine einzelne Baustelle, nicht das ganze Kind

Eine Teilleistungsstörung betrifft genau einen Teilbereich des Lernens. Denken, Verstehen, Rechnen, Merken: alles altersgerecht. Nur beim Lesen und Rechtschreiben ist das Ergebnis viel schlechter, als man nach Intelligenz und Unterricht erwarten würde. Eine LRS sagt nichts über die Begabung eines Kindes aus.

Laute und Buchstaben finden nicht zusammen

Das Gehirn verarbeitet Sprachlaute etwas anders. Aus einem gehörten Wort die einzelnen Laute herauszuhören und ihnen sicher Buchstaben zuzuordnen, gelingt nicht automatisch. Genau darauf baut aber das Lesen- und Schreibenlernen auf.

Eine anerkannte Diagnose, keine Ausrede

LRS (auch Legasthenie genannt) ist medizinisch als umschriebene Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten eingeordnet. Sie lässt sich mit standardisierten Tests feststellen. Sie entsteht nicht durch zu wenig Üben und nicht durch Erziehung.

Woran Eltern eine LRS erkennen können

Kein einzelnes Zeichen beweist etwas, und jedes kann auch andere Gründe haben. Wenn mehrere davon über Monate bleiben, lohnt sich ein Test.

Beim Lesen

Langsam und stockend, Wörter werden geraten statt gelesen, Zeilen gehen verloren. Was gerade vorgelesen wurde, kann das Kind kaum wiedergeben.

Beim Schreiben

Dasselbe Wort steht auf einer Seite auf drei Arten falsch. Buchstaben fehlen, sind vertauscht oder verdreht. Die Regel wurde gelernt und im Diktat trotzdem nicht angewendet.

Bei den Hausaufgaben

Sie dauern ein Vielfaches der Zeit, die andere Kinder brauchen. Jede Übung wird zum Kampf, und das Ergebnis passt nicht zum Aufwand.

Im Verhalten

Bauchweh vor der Schule, Sätze wie: Ich bin eben dumm. Wut, Tränen oder Rückzug, sobald Lesen oder Schreiben ansteht. Oft das erste Zeichen, das Eltern bemerken.

Nachhilfe oder Lerntherapie?

Der Unterschied ist größer, als der Name vermuten lässt.

Nachhilfe

Wiederholt den Schulstoff

Setzt dort an, wo die Klasse gerade steht. Sinnvoll bei einer Lücke im Stoff, aber wirkungslos, wenn die Grundlage darunter fehlt. Das Kind übt mehr und scheitert weiter.

Lerntherapie

Baut die Grundlagen neu auf

Setzt eine Ebene tiefer an: bei der Verbindung von Laut und Buchstabe, bei der Gliederung von Wörtern, bei Lernstrategien, die im Alltag tragen. Ziel ist die langfristige Stärkung des Kindes.

Und Sie als Eltern?

Eine LRS betrifft selten nur das Kind. Sie verändert den Alltag der ganzen Familie.

Der Kampf am Küchentisch

Hausaufgaben dauern Stunden, das Diktatüben endet in Tränen, und aus Mama und Papa werden Lehrkräfte. Das kostet genau die Beziehung, die dem Kind gerade am meisten Halt gibt.

Zweifel und Schuldgefühle

Haben wir zu wenig geübt? Falsch geübt? Dazu die gut gemeinten Ratschläge von außen: Das wächst sich raus. Das Kind muss einfach mehr lesen. Beides stimmt nicht. Eine LRS entsteht nicht durch Erziehung.

Sorge um die Zukunft

Noten, Schulform, Selbstwert. Die Angst, dass ein kluges Kind an Buchstaben scheitert, ist real und verständlich. Sie ist auch der beste Grund, früh hinzusehen statt abzuwarten.

Sie müssen nicht die Therapeutin Ihres Kindes sein

Das Üben gehört in die Therapie, nicht an den Küchentisch. Von uns bekommen Sie kurze, klare Aufgaben für zu Hause, regelmäßige Elterngespräche und, wenn Sie das möchten, den Austausch mit der Schule, etwa zum Nachteilsausgleich (mehr Zeit oder angepasste Aufgaben in Klassenarbeiten). Ihre Aufgabe ist eine andere: Ihrem Kind zeigen, dass es mehr ist als seine Rechtschreibung.

So läuft es bei LRS ab

Der Weg zur Lerntherapie ist ein anderer als der zur Logopädie: ohne Rezept, mit einem Test am Anfang und mit dem Jugendamt statt der Krankenkasse als Kostenträger.

Bei uns anrufen oder Formular ausfüllen

Anders als bei der Logopädie brauchen Sie keine ärztliche Verordnung. Am Telefon klären wir kurz, in welcher Klasse Ihr Kind ist und was Ihnen auffällt, und vereinbaren das Erstgespräch.

Erstgespräch mit Ihnen als Eltern

Sie schildern, wie es zu Hause und in der Schule läuft, und bringen mit, was es schon gibt: Zeugnisse, Hefte, Rückmeldungen der Lehrkraft, frühere Berichte. Wir erklären, was eine LRS ist und was nicht, und beantworten Ihre Fragen in Ruhe. Ihr Kind lernt uns dabei ohne Druck kennen.

Standardisierte Diagnostik

Mit anerkannten Testverfahren prüfen wir Lesen und Rechtschreiben, meist in ein bis zwei Terminen. Das Ergebnis besprechen wir mit Ihnen: ob eine LRS vorliegt, wo genau die Schwierigkeiten liegen und was daraus folgt. Sie erhalten einen schriftlichen Befund, den Sie auch für die Schule und die Kostenklärung nutzen können.

Kostenübernahme klären

Die Lerntherapie ist keine Leistung der Krankenkasse. In Langenhagen kann das Jugendamt die Kosten übernehmen (Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII). Den Antrag stellen Sie als Eltern, wir unterstützen Sie mit dem Befund und sagen Ihnen, welche Unterlagen und Stellungnahmen das Jugendamt braucht. Ohne Kostenübernahme ist die Therapie auch als Selbstzahlerleistung möglich.

Lerntherapie beginnt

Wir legen gemeinsam Ziele fest und arbeiten in kleinen Schritten an den Grundlagen: Laute und Buchstaben, Wortaufbau, Lernstrategien. In der Regel einmal pro Woche, dazu regelmäßige Elterngespräche und, wenn Sie das möchten, der Austausch mit der Schule, etwa zum Nachteilsausgleich.

Was Sie zum Erstgespräch mitbringen

Zeugnisse, aktuelle Schulhefte oder Diktate, Rückmeldungen der Schule und, falls vorhanden, frühere Berichte oder Testergebnisse. Eine Verordnung brauchen Sie nicht.

Kostenübernahme über das Jugendamt

Wir arbeiten mit dem Jugendamt Langenhagen als Kostenträger für die Lerntherapie zusammen. Viele Familien wissen nicht, dass dieser Weg existiert. Wenn Sie Fragen zum Antrag haben: Wir erklären ihn Ihnen in Ruhe.

Hinweis

Lerntherapie bieten wir aktuell nur für Kinder und Jugendliche an.

Der erste Schritt ist ein Test, nicht mehr Üben.

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